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Technische Hilfsmittel sorgen für immer mehr Sicherheit beim Fahren

von Nadine Fügen 10/2017

Die Technik rettet Menschenleben und das bei rund 70 Milliarden mehr Fahrkilometern als 2005 Technische Hilfsmittel haben in den letzten Jahren in die Fahrzeugwelt immer mehr Einzug gehalten. Am bekanntesten ist das ESP-System, ein elektronisches Stabilitätsprogramm, das Daimler notgedrungen einführte, als die A-Klasse 1997 bei dem sogenannten Elchtest auf dem Kopf landete. 2011 waren 86 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge bereits mit einem ESP ausgestattet. Seit dem 1. November 2011 erhielten nur noch die Automodellreihen eine neue Typengenehmigung, die serienmäßig über ESP oder ein vergleichbares System verfügten. Die Kosten solcher Systeme sinken, je mehr sie in die Masse der Fahrzeuge eingebracht werden.

Ein weiteres Beispiel hierfür ist der sogenannte Totwinkelwarner. Dieser, auch als Spurwechselassistent bekannt, wurde 2006 von der Robert Bosch GmbH als Patent beantragt und eingetragen. Gut 10 Jahre später ist der Spurwechselassistent in 55 Prozent aller aktuellen Pkw-Modelle verfügbar. Der Notbremsassistent ist seit Anfang 2017 für 61 Prozent der Pkw-Modelle in den Verkaufslisten der Hersteller zu finden. Dass die meisten Fahrassistenzsysteme aus Deutschland kommen, mag mit dem hierzulande ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis zu tun haben.

Laut Welt am Sonntag geht allerdings mit Einführung der technischen Fahrassistenten keineswegs die Unfallhäufigkeit zurück. Laut statistischem Bundesamt wurden 2005 684,3 Milliarden Fahrkilometer von den Fahrzeugen in der Bundesrepublik zurückgelegt. 2015 waren es 757 Milliarden Kilometer. Das war ein Anstieg um 10,7 Prozent. Dabei stieg die Anzahl der polizeilich erfassten Unfälle von 2.254.000 auf 2.517.000, also ein vergleichbarer Anstieg um 11,6 Prozent.

Der Grund warum trotz dem vermehrten Einsatz von Assistenzsystemen dennoch die Unfallhäufigkeit überproportional steigt, könnte an der Zunahme der Verkehrsdichte liegen. Je voller die Straßen und enger der Verkehr, desto mehr steigt das Unfallrisiko. Zudem lassen sich immer mehr Autofahrer von ihren Smartphones im Straßenverkehr ablenken, was ein immer größeres Problem darstellt.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen verzeichnete ebenfalls eine Zunahme der volkswirtschaftlichen Kosten von Straßenverkehrsunfällen von 31,48 Milliarden auf 34,44 Milliarden Euro (plus 9,4 Prozent). Unter dem Strich blieben die durch Unfälle verursachten Kosten im Verhältnis zu den Fahrleistungen gleich, trotz zunehmender Technisierung der Autos. Interessant ist allerdings die Splittung der Statistik in Personen- und Sachschäden. Die Personenschäden sanken von 15,23 Milliarden Euro in 2005 (336.619 geschädigte Personen) auf 14,31 Milliarden Euro in 2015 (305.659 geschädigte Personen). Die Sachschäden stiegen hingegen in der gleichen Zeit von 16,25 Milliarden auf 20,13 Milliarden Euro, wobei ein Teil dieses Anstiegs auf die Inflation zurück zu führen ist. Inflationsbereinigt fällt die Kostenzunahme deutlich geringer aus.

Das heißt, die zunehmende technische Unterstützung in Autos bedeutet zwar etwas höhere Sachschäden. Aber dafür gibt es deutlich weniger Schäden an Leib und Leben. Mag manch erhältliche Assistenzfunktion auch aus Gründen des Komforts an Bord sein, die meisten dienen der Sicherheit und helfen tatsächlich Menschenleben zu schützen, so die Welt am Sonntag.

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